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Apropos Propolis… Über Bienen, Harz und brasilianischen Rosmarin

Bienen sind bekanntermaßen fleißige Tierchen, sie fliegen tausende Kilometer und arbeiten emsig im Stock. Und: wir können vielfach von ihren Produkten profitieren, weswegen es sogar eine eigene Bezeichnung für die Anwendung von Bienenprodukten zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten gibt: Apitherapie (lateinisch „apis“ = Biene).“

Bild: Goumbik auf Pixabay

Aus dem breiten Spektrum der Bienenprodukte (Honig, Propolis, Pollen, Gelee Royale und Bienenwachs) möchte ich heute zwei vor den Vorhang holen – den allseits bekannten Honig, und die scheinbar ähnliche Propolis.


Wie und warum machen Bienen eigentlich Honig?


Bienen fliegen mit etwa 20 km/h und suchen Wiesen, Felder, Balkone, Parks, nach erntefähigen Blüten ab. Mit ihrem langen Rüssel saugen sie dann den Nektar in ihren Honigmagen, welcher nach etwa 200 Blüten gefüllt ist – dann geht es zurück zum Stock. Außer Nektar sammeln Bienen auch Honigtau, der von Laub- oder Nadelbäumen ausgeschieden und von Blattläusen, Blattflöhen oder anderen Insekten aufgenommen wird. Den größten Teil dieses Honigtaus scheiden die Insekten wieder aus. Die Bienen sammeln dieses Ausscheidungsprodukt ein und erzeugen daraus ihren Honig, der dann als Waldhonig bezeichnet wird. Der Nektar oder Honigtau wird im Stock von Arbeiterin an Arbeiterin über die Rüssel weitergegeben, bei jeder Übergabe wird etwas verändert: Drüsensekrete mit Eiweißverbindungen sowie keimtötende Inhaltsstoffe werden zugegeben. Der halbfertige Honig wird getrocknet und später in Lagerzellen gebracht. Ist der Honig vollständig eingedickt, wird er von den Bienen mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht überzogen – er dient als Futterreserve des Bienenstocks. Honig besteht zu 75% aus Glucose und Fructose und zu 20% aus Wasser. Neben weiteren Zuckerarten beinhaltet er zudem auch 0,2% Mineralstoffe und in geringer Menge Enzyme, Aminosäuren und Spurenelemente. Aufgrund der geringen Inhaltsmenge der möglichen Wirkstoffe (bei Waldhonig höher als bei Blütenhonig) wird Honig nicht als Heilmittel im pharmakologischen Sinne gesehen, als Hausmittel ist er aber weit verbreitet und beliebt.


Bild: PollyDot auf Pixabay

Und was genau ist nun Propolis?


Neben Honig wird von Bienen auch Propolis erzeugt – diese wird aber nicht zur Ernährung der Biene, sondern zum Schutz des Bienenstockes eingesetzt. Die Bienen leben in einem Bienenstock bei Temperaturen von rund 35 Grad, bei hoher Luftfeuchtigkeit eng beieinander – beste Bedingungen also für die Ausbreitung von Krankheiten. Propolis dient den Bienen nun dazu, Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen abzuwehren, indem wichtige Teile des Stocks, wie etwa die Brutzellen, mit einem Propolisfilm überzogen werden. Auch Fremdkörper im Stock werden damit „sterilisiert“. Zuletzt dichten Bienen mit Propolis auch kleine Öffnungen im Stock ab. Wie stellen die Bienen Propolis her? Dazu sammeln sie Harz von den Knospenschuppen bestimmter Baumarten und reichern es durch bieneneigene Fermente und andere Zusatzstoffe an.

Während der Vitalstoffgehalt in Honig eher gering ist, ist die Propolis in ihrer Mikronährstoffdichte kaum von anderen Naturheilmitteln zu übertreffen. Bisher wurden mehr als 250 Inhaltsstoffe identifiziert, darunter: Aminosäuren, Enzyme, Polyphenole, Bioflavonoide, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Propolis ist somit eine sehr gute und natürliche Alternative zu synthetisch hergestellten Vitamin- und Mineralstoffprodukten.

Die Menge der Inhaltsstoffe ist dabei produktabhängig, und gerade bei billigen Produkten ist Vorsicht geboten: Nahrungsergänzungsmittel mit Propolispulver aus China sind teilweise mit krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet.


Grüne Propolis


Eine besonders hochwertige und besondere Propolis kommt aus Brasilien: die grüne Propolis. Allerdings ist sie nicht überall in Brasilien zu finden, sondern lediglich in einem begrenzten Naturgebiet namens Minas Gerais. Diese Region steht für exzellente und kontrollierte Propolisqualität. Ihre grüne Farbe (normalerweise ist Propolis braun) erhält sie als Folge Ihres botanischen Ursprungs, da brasilianische Bienen hauptsächlich Harz aus den jungen Pflanzengeweben von Baccharis dracunculifolia sammeln, die eine hohe Konzentration an Chlorophyll enthalten.

Bild: Hans Braxmeier auf Pixabay

Eine weitere Besonderheit der grünen, brasilianischen Propolis ist eine Substanz, die in keinem anderen Rohstoff gefunden werden konnte: Artepillin C. Die Substanz wird seit Jahren in zahlreichen Studien geprüft und vielfältige positive Eigenschaften wurden dokumentiert. Für besonders Interessierte findet sich hier eine gute, kostenfreie Zusammenfassung: http://www.propolisscience.org/artepillin-c-research


Und? Konnte ich das Interesse an der Apitherapie zu wecken?


Quellen:

https://propolis-lexikon.de/propolis-wirkung-anwendung/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19003952

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0014299908002616

https://www.hindawi.com/journals/ecam/2013/735176/

https://de.wikipedia.org/wiki/Propolis

https://www.imker-brandenburgs.de/wissenswertes-bienen.html

https://www.netdoktor.at/gesundheit/naturmedizin_alpenkraeuter/so-gesund-ist-honig-6860597

https://www.apitherapie.at/index.php/bienenprodukte-heilwirkung

http://www.propolisscience.org/artepillin-c-research/

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